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Digitaler Minimalismus (Teil 1)

by Undine Almani

Den Computer aufräumen, das Smartphone auch.

Als die japanische Aufräumsoap vor einer längeren Weile auch in Deutschland erste Wellen schlug, habe ich von angehenden Minimalisten und Ordnungswütigen oft gehört, dass sie in Marie Kondos Buch ein Kapitel zum digitalen Ausmisten vermissten. Auf YouTube und Instagram kam dann auch ab und zu eine Frage danach… Wie machst du das eigentlch mit Handy und so? – Okay, gut! Hier sind meine Antworten.

Was ist digitale Ordnung?

Digitale Ordnung bedeutet Übersichtlichkeit und Strukturiertheit eines Systems bei kompakter Architektur mit maximaler Usability bzw. Anpassung an den Nutzer. Ein digitales System sollte also aufgeräumt, überschaubar und nicht zu aufgeblasen sein.

Die digitale Ordnung lässt sich meiner Meinung nach ganz gut auf die folgenden drei Kategorien anwenden: Hardware, Computerinhalte und Handhelds. Letzteres sind Smartphones, Tablets, E-Book-Reader und dein Frühstücksei- und Kaffee kochender Taschenrechner-Tageslichtwecker, oder kurz: Kleinscheiß.

In diesem Artikel werde ich nur auf Hardware, Computersystem und Entsorgung eingehen. Zum Smartphone und den anderen Dingern gibt es noch mal einen eigenen Artikel.

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Hardware

Eigentlich ist Hardware ja alles, vom Mainboard bis zur Maus, was in und an einem Rechner verbaut sein kann. Aber wir fassen den Begriff einfach ganz weit, als alle Arten von Geräten. Wie bei anderen Ausmisteaktionen empfehle ich hier auch: Alle Geräte in einem Anfall von Motivation raus holen, auf den Teppich legen, den Berg kontemplativ auf sich wirken lassen (ggf. auf Instagram teilen), dann sortieren.

Ein Problem: Hardware ist oft ein notwendiges Übel. Ich habe zB. ein Festnetztelefon und einen Drucker, welche mir und meiner zwanghaften Ruhepolästhetik beide reichlich im Weg sind. Ich brauche sie aber, und deswegen bleiben sie. Da kann man nicht viel machen. Vielleicht staubgeschützt aber nicht von Überhitzung bedroht “verpacken”. Und ansonsten akzeptieren, dass so ein Ding seinen Sinn hat, oder es durch ein weniger behäbiges Teil ersetzen und das alte umwelt- und sozialverträglich weitergeben.

Wenn der Kram schön ausgebreitet ist, wird er evaluiert. Wie bei jeder anderen Sammel-Aufräumaktion bietet es sich auch bei Geräten an, einige Sinnfragen zu stellen:

Negative Fragen:

  1. “Brauche” ich es wirklich?
  2. “Verwende” ich es oft genug?
  3. Nervt mich dieser Gegenstand?
  4. Hätte ich lieber etwas Anderes statt diesem Ding?
  5. Hätte ich lieber Geld statt dieses Ding?
  6. Ist der Gegenstand überhaupt noch funktionfähig?
  7. Ist das Teil hemmungslos veraltet (und damit zu groß / durch App ersetzbar)?

Positive Fragen:

  1. Mag ich diesen Gegenstand, macht er mich froh? (aka “Does it spark joy?”)
  2. Ist dieser Gegenstand praktisch?
  3. Wenn ich mir jetzt ein derartiges Teil zulegen würde, wäre dieses dann meine erste Wahl?
  4. Erleichtert dieser Gegenstand meine Arbeit/meinen Alltag/Kommunikation?

Natürlich alles unter den drei goldenen Voraussetzungen Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit, Relevanz.
Jedenfalls sind das meine Regeln beim Aufräumen. 😉 Und sie erklären sich so:

Wirtschaftlichkeit: Lohnt es sich finanziell für mich, diesen Gegenstand jetzt zu ersetzen oder zu behalten? Beispielsweise kann die Anschaffung eines neuen Druckers gerade zu teuer sein, ist das Teil extrem groß und verbraucht Stauraum, und hat man vielleicht den ganzen Keller voller solcher Dinge, die Stauraum brauchen, sollte man durchaus auch mal an den Mietspiegel denken und ob man den Raum nicht lieber anders nutzen würde.

Machbarkeit: Ist es unter Alltagsbedingungen umsetzbar, das Ding loszuwerden oder stellt das gerade einen besonderen Aufwand dar? Wenn ja, sollte man die Abschaffung vielleicht verschieben und in Ruhe planen. Ein komplettes Sofa unbedingt sofort zu entsorgen, nur weil man gerade einen Minimalismusanfall hat, ein Auto allerdings nicht, das Geld für den Transport auch nicht, das könnte ein etwas schwachsinniges und lästiges Unterfangen werden.

Relevanz: So ungern man es hört bei den Aufräum-Mujahedin, ja, es gibt Dinge, die “brauchen nicht viel Platz” oder “stören nicht so sehr”. Sind es viele, addiert es sich zu einem Schrotthaufen, klar. Aber grundsätzlich würde ich immer erst die besonders großen, besonders lästigen und die kaputten Dinger entsorgen und mich zuletzt um den Kleinkram aus der Schuhbox kümmern. Sicher nervt die Schachtel mit den Kaltgerätekabeln und den Ladegeräten und man könnte sie bei Kleinanzeigen doch mal schnell zum Verschenken reinstellen. Aber wer ein ungenutztes Telekom-Rack im Keller hat, sollte vielleicht erst mal das wegbringen.

Nach diesen Grundsätzen sollte man eigentlch recht schnell entscheiden können, was man “braucht” und was man braucht. Man behält idealerweise Sachen, die man braucht und die einem Freude machen. Bei Hardware und Technikkram wird immer so getan, als gäbe es nur praktische Aspekte. Der wahre Nerd gibt ja sowieso nichts auf Schönheit. Und Ästhetik ist etwas für Mac-Jünger. Mag sein, an diesen Klischees ist schon etwas dran. Aber dass Hardware keine eigene Ästhetik hat, halte ich auch für Blödsinn. Siehe dazu auch diesen Artikel zum ThinkPad, dem Notebook, das ich seit mehreren Generationen verwende.

notebook-and-phone-s.png

Computerinhalte: Dateien und Software

Dateien

Bei Computerdateien lässt sich Ordnung eigentlich durch zwei banale Prinzipien herstellen: Verzeichnisstruktur bewahren und intelligent kategorisieren. Leider machen die meisten User das einfach nicht. Stichwort Desktopspam. (Wenn man schon eine Ablage verwendet, dann wenigstens einen Ordner anlegen, der so heißt und für den einen Favoritenverknüpfung in der Ordneransicht existiert, so dass man ihn auch nutzt.)

Eine intelligente Verzeichnisstruktur sieht so aus, dass Ordner nie gleichzeitig Dateien und Unterordner enthalten. Dateien befinden sich immer erst in der letzten Hierarchieebene (also dem letzten Unterordner, der selbt keine weiteren Ordner mehr enthält). Die Ordner geben dabei eine Kategoriesturktur wieder.

Was diese Kategorien sind, ist abhängig davon, wie man den Rechner nutzt und es kann gut sein, dass man eine Weile testen muss, was wie gut funktioniert. Jemand, der Grafik und Texte produziert, wird wohl häufiger mit der Überschneidung dieser Inhalte kämpfen und eine andere Struktur brauchen als jemand, der nur Podcasts veröffentlicht. Ich strukturiere meine Ordner sowohl nach Zweck (zB. für den Blog, private Unterlagen, Arbeit) als auch nach Typ (Grafiken, Fotos, Nur-Text-Entwürfe, Textdokumente, Code,…). Letzteres ist dann meistens eine Substruktur der oberen Kategorien “Arbeit”, “Dokumente”, “Internet” usw.

Beispiel für einen Verzeichnisbaum:

/home/users/me
 |
 |__Documents
 |__Images
 |    |
 |    |__Graphic
 |    |__Photos
 |__Internet
      |
      |__Blog
      |__Facebook
      |__Instagram

Das Ganze ist natürlich nur sinnvoll bis zu einer bestimmten Ebene. In obigem Beispiel könnte man in Internet noch Facebook und Instagram zu einer Kathegorie Social Media zusammen fassen. Für mich sind Instagram-Inhalte aber einfach zu wichtig für eine Tiefe bis zum Level 2, weil ich es täglich nutze aber halt auch nicht nicht wichtig genug für ein Level 0 oder Fav-Eintrag, weil es mir dafür nicht primär und professionell genug ist. Es ist genau richtig für einen Ordner Level 1 in der Ordnerstruktur.

Wenn man diese Art, seine Dateien zu organisieren, richtig gut durchzieht, hat das viele Vorteile. Der größte ist, dass man die Suchfunktion quasi nicht mehr braucht. Ich benutze sie, obwohl find in Linux echt ein mächtiges Tool ist, gegen das die Windowssuche im Traum nicht anstinken kann, praktisch nie. Meine Dateien sind menschlich-logisch sortiert wie ein gutes Bücherregal.

Weitere sinnvolle Tipps für eine saubere Verzeichnisstruktur:

  • kurze Bezeichnungen (Ordnernamen, Dateinamen)
  • unnötige Ordner (zB. unter Windows “Gespeicherte Spiele”) komplett löschen
  • Ähnliches so weit wie möglich zusammen führen, so dass im User-Verzeichnis nur die Hauptkategorien übrig bleiben
  • wenn möglich/nicht vorhanden, eigene Systempfade für Lib Dateien festlegen und Anlage im User-Verzeichnis vermeiden
  • Installationen nach Möglichkeit immer benutzerdefiniert durchführen, um eben solche Pfade kontrollieren zu können und ein zugespammtes Userverzeichnis zu vermeiden
  • Und für absolute Zwangsneurotiker: unvermeidbare lästige Ordner als versteckt kennzeichnen und ausblenden (Dateien in Linux, die mit “.” beginnen, unter gängen *linux Systemen kann man sie mit Ctrl+H ein/ausblenden)

Software

Software ist eigentlich kein so großes Ordnungsproblem. Aber auf kleinen Maschinen kann es schnell zur Performancebeeinträchtigung führen (Rechner lahm) oder viel Speicher fressen. (Na, beim Kauf auf die Größe der Festplatte geachtet? Oder dachtest du auch, 200 GB reichen doch locker…?)

Deshalb ist es sinnvoll, immer nur die Programme zu behalten, die man auch wirklich nutzt. Bloatware und Plugins für jeden Kleinkram sollte man vermeiden. Für den durchschnittlichen User hört es hier aber auch schon auf. Denn Systemprogramme, deren Bedeutung man nicht versteht, lässt man besser in Ruhe, auch wenn sie augenscheinlich nur nerven.

Installationen

Grundsätzlich sollte man am Privatrechner alles immer “für alle” installieren. Das vermeidet schwachsinnige Lib- und Config-Kleckerdateien im Userverzeichnis und hat zudem den Effekt, dass man das jeweilige Programm als Nicht-Admin (zB. wenn dein Partner kein Nerd ist und keine Adminrechte hat) auch nicht verpfuschen kann. Aber bitte beachten: Es gibt auch Dinge, die man nicht als Admin installieren sollte und insbesondere sollte man manche Programmie nie als Admin ausführen. (Den Browser zB.)

Auch ist das alles natürlich mit eine Frage des Betriebssystems. Wie man vielleicht herausliest, bin ich Linux-User. Ich habe sowohl Linux-Administration hinter mir als auch ganz normales Anwendergepfusche. Trotzdem würde ich mich nicht als Experte bezeichnen. Und ich finde, es gibt nicht das perfekte Betriebssystem. Es ist eine Frage der Userbedürfnisse. Wenn jemand ein nicht-personalisierbares oberflächlich stabil wirkendes System bevorzugt: Mac ist dein Freund. Wer gerne lange nach dem nichtvorhanden Workaround für die bescheuerten Spracheinstellungen googlet: Windows. Und wer zu viel Zeit und wissenschaftlichen Anspruch hat: Linux. Kein Betriebssystem ist meiner Meinung nach so, dass der User jemals 100% zufrieden ist, es sei denn ihm macht es nichts aus, sich rumzuärgern, oder er ist komplett anspruchslos. Aber selbst der hilfloseste Technikverweigerer jammert schließlich, wenn der PC langsam ist. – Jeder hat irgendwelche Ansprüche.

Es gibt noch viele weitere Aspekte von digitalem Minimalismus. Ich könnte dazu ein eigenes Buch schreiben, so viele sind es. Wie man zB. ein “cleanes” Betriebssystem einrichtet, wie man archiviert, Versionenverwaltung, Umgang mit Grafikdateien, Kompressionsalgorithmen, Online Storage/Cloud Speicher,… oder auch die ganze GUI- und Designfrage: Wie schaffe ich, dass mein Betriebssystem mir gefällt?

Das alles sprengt aber den Rahmen eines einzelnen Blog-Beitrags aber ihr könnt mir gern schreiben, wenn euch ein Thema besonders interessiert. Vielleicht mache ich dann mal einen Stream dazu oder einen Extrabeitrag (sollte ich die Zeit finden).

Ich möchte den abschließenden Teil dieses Texts lieber der Frage widmen, wie man mit der Entsorgung umgeht, weil ich das aus Gründen der Nachhaltigkeit einfach ein wichtiges Thema finde.

digitaler-minimalismus

Wohin mit gebrauchter und veralteter Hardware?

Ein Problem, das vielen gar nicht bewusst ist, wenn sie sich von alter Hardware trennen, ist, dass man manches wirklich nicht mehr verschenken sollte, und dieser Wunsch, dass nichts zu Müll werden soll.

Sorry, aber es gibt einfach einen Punkt, an dem Hardware so veraltet ist, dass man sie niemandem mehr zumuten kann. So etwas zu verschenken sorgt schlimmstenfalls für noch mehr Müll, bei dem ihr dann nicht mal mehr kontrollieren könnt, wo er landet. Also haltet euch mit Verkaufen und Verschenken aufgrund von sentimentalem Klammern an dem Gedanken des Wertverlustes oder sowas wie “Das könnte doch noch für igendwen nützlich sein…” zurück.

Nein, ein Rechner, auf dem selbst ein lightweight Linux nur noch schleppend läuft, ist nicht mehr nützlich! Das ist nicht das gleiche, wie Brille oder Klamotten spenden. “Irgendwem wird es schon gefallen.” Es hat nichts mit Gefallen zu tun. Technologie entwickelt sich einfach weltweit und auch wenn natürlich nicht alle Menschen gleichzeitig auf dem neuesten Stand sind, wird doch zB. die Zahl der XP-Nutzer stetig kleiner. So ist es auch mit allen anderen Tech-Dingen und natürlich auch mit Hardware. Kasettenrekorder sind schön – fürs Museum. Und wenn die Museen genug von dem Ramsch haben, dann bitte bitte ordnungsgemäß entsorgen! Wenn möglich, beim Hersteller oder Recycling-Unternehmen, sonst zum Wertstoffhof.

Bei noch verwendbaren, sprich mit aktuellen Betriebssystemen unter menschlich zumutbaren Bedingungen verwendbaren Teilen empfehle ich Spenden. (Noch mal: dazu gehört nicht 10 Min auf den Systemstart warten, egal wie arm du bist – auch der ärmste Student geht da lieber an einen Bibliotheksrechner!)

Wo könnte meine Hardware noch gebraucht werden?

Woran viele nicht denken, ist ja auch der Bedarf. Das, was kein Elektronikschrott ist: Wer braucht es am ehesten?

Natürlich hängt es davon ab, was es ist. Ich habe selbst viel Zeug an geflüchtete Leute gespendet, weil es gut passte. Die konnten nicht viel aus ihrer Heimat mitnehmen. Einer hat jetzt meine alte Digitalkamera, die noch einwandfrei funktioniert, aber statt SD-Karte nur XD liest. Wer ein USB-Kabel hat, kann sie trotzdem noch gut benutzen. Ein anderer hat meine alten Tastenhandys genommen. Meine Notebooks gehen über Kleinanzeigen weg. Genauso wie die Kabelsammlung aus dem Keller.

Für Festplatten finde ich, sofern die Kapazität groß genug ist, die Spende an arme Lehrstühlen die beste Lösung. Ich habe leider in meinem Physikstudim sehr viele Lehrstühle in Geldnot gesehen, zT. ganze Fakultäten. Es musste teilweise schon über die Anschaffung von weiteren Speichermedien diskutiert werden, bei Preisen von ca. 50 €. Von Laptops ganz zu schweigen. Sowas ist traurige Realität in Deutschland. Aber die Lehrstühle können wegen der schwierigen Abrechnung nicht so einfach gebrauchte Sachen von privaten Anbietern kaufen. Deswegen spendet sie doch lieber! Verarmte Lehrstühle und Arbeitsgruppen werden es euch danken.

Sollte all das nicht möglich sein, muss man sich, wie gesagt, Gedanken darüber machen, ob das jeweilige Ding nicht doch komplett ausgedient hat. Wer melancholisch wird, macht ein Foto und hebt es auf der neuen SSD auf. Oder in der Cloud. Oder besser: Gar nicht. Denn es ist nur Hardware. Es ist nicht so wichtig wie Menschen, Erlebnisse oder Wissen. All diese Sachen aufzubewahren als Backup oder Ausweichmöglichkeit ist ganz ganz selten sinnvoll. Wenn man gut drüber nachdenkt, merkt man schnell, welche dauerhafte Lösung man sich eigentlich wünscht.

Was verhindert digitale Ordnung? Was schafft welche?

Die beiden größten Hürden auf dem weg zu einem cleanen digitalen Arbeitsplatz, Einfachheit, mehr digitalem Minimalismus, das sind “Verstehen, was man wirklich braucht” und “Es sich zeitlich / monetär leisten können, die beste Lösung aufzusetzen / zu kaufen”. Denn diese persönliche ideale Lösung, die gibt es bestimmt.

Auch muss man sich klar machen, dass sich die eigenenen Bedürfnisse immer wieder ändern können, dass auch die Technik sich verändert und die Ansprüche stetig wachsen. Die wenigsten Menschen wechseln, was digitale Produkte angeht, jemals von einem neueren zum alten System zurück.

Aus diesem Grund kaufe ich selbst nur noch gebrauchte Hardware. Ich habe damit bisher nie schlechte Erfahrungen gemacht. Was Notebooks angeht, bin ich Lenovo treu, und habe mittlerweile mein drittes Thinkpad (370 Yoga). Meine Bedürfnisse haben sich, seit ich minimalistisch lebe allerdings nur wenig geändert. Ich benötigte nach und nach, proportional zur globalen technischen Entwicklung, eben immer mehr RAM, aber ich verwende ein Linux mit kontinuierlichen Updates und ich spiele nicht. Dadurch kann ich ein bestehendes System sehr lange ohne Aufrüstung nutzen. Ich nutze auch keine Office-Anwendungen außerhalb von Google und LaTeX. Meine Grafik- und Videobearbeitung ist OpenSource und sehr ressourcenschonend. Bis zum Sommer 2019 habe ich so ganz gut auf meinem X200 gearbeitet und das neue Notebook ist mehr Annehmlichkeit als Sachzwang.

Für mich hat schöne Hardware auch den wichtigen Effekt, dass es mich entspannt. Wenn alles gut funktioniert, bin ich zufrieden und kann mich auf andere Dinge konzentrieren. Das hat mich an Windows lange gestört. Irgendwas lief immer schief und nicht so, wie ich es gern gehabt hätte, das ständige nach Hause telefonieren hat mich genervt und für wissenschaftliche Anwendungen hinkte das System bzw. das vorhandene Anwendungspaket fast immer meinen Wünschen hinter her. Heute bin ich komplett auf Linux umgestiegen und das passt auch gut zu meiner schlichten Hardware.

Ich kann diesen Weg nur empfehlen, auch wenn das natürlich bei weitem nicht der einzige ist! Aber es gibt sehr wohl auch Linuxe für Menschen, die nicht so computeraffin sind. Meiner Meinung nach ist der Umstieg eher eine Frage der Bereitschaft als des Vorwissens. Ich hatte gar kein Vorwissen und ich habe nichts mit IT oder Informatik studiert. Ich hatte das nicht einmal als Nebenfach. Und glaubt mir, ich habe genügend Physiker mit räudigst und umständlichst aufgesetzten Notebooks gesehen, das Studium ist nicht alles! Das Selbststudium schon.

Ich möchte deshalb Mut machen, sich über Betriebssysteme, Hardware und Umgang mit dem Dateisystem selbst Gedanken zu machen. Dieses Wissen gehört für mich einfach dazu bei dem Thema und ich sehe es als Form der Allgemeinbildung. Computerbildung hilft ungemein dabei, zu verstehen, wie solche Dinge sich einfacher und eleganter gestalten lassen. Man kommt so im Alltag einfach besser mit senen am Computer zu erledigenden Aufgaben und auch mit technischen Problemen klar. Und es unterscheidet sich nicht von anderen Hobbys. Man muss einmal kurz und schmerzhaft etwas mehr Zeit investieren um danach kontinuierlich Zeit, Geld und Nerven zu sparen 🙂

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