Home Minimalismus Wie findet man eine Capsule Wardrobe-Farbpalette?

Wie findet man eine Capsule Wardrobe-Farbpalette?

by Undine Almani
Die Aquarellfarben meiner Capsule Wardrobe

Mein Stil hat sich im Laufe meines Lebens immer wieder ziemlich extrem geändert. Als Teenie mochte ich blau. Alles musste blau sein. Ich hatte sogar blauen Lidschatten und sah ziemlich bescheuert aus. Dann kam schwarz, so gegen sechzehn. Von Haar bis Fußnägel alles dunkel. Und nach dieser Zeit der farblichen Entsagung wurde es irendwie wieder bunt. Eine Phase, die irgendwie zehn Jahre gedauert hat und obwohl ich seit meinem achtzehnten Lebensjahr minimalistisch lebe, immer ein Problem geblieben ist. Einen eigenen Stil hatte ich schon, aber er veränderte sich ständig.

Ich will auch gar nicht sagen, dass das etwas Schlechtes ist. Aber ich finde es sowohl nachhaltiger als auch stressfreier, wenn der Inhalt des Kleiderschranks sich nur langsam ändert und man irgendwann auch mal zufrieden ist. So bin ich zu meiner Capsule Wardrobe gekommen. Ich wollte irgendwann einfach, dass alles zusammen passt und ich mich immer mit den Klamotten wohlfühle.

Funktioniert hat das dann eben doch irgendwann, weil ich mich durchgerungen habe, mich auf eine ziemlich strikte Farbpalette festzulegen. An die halte ich mich bis heute so gut wie immer. Das macht einen riesigen Unterschied für meine Entscheidungen, wenn doch mal etwas dazu kommt, oder auch darüber, was gehen darf.

Ich teile also meine Farbfindung an dieser Stelle mit euch, um zu erklären, wie hilfreich es sein kann, sich auf ein paar wenige Lieblingsfarben festzulegen, wenn man eine Capsule Wardrobe zusammen stellen möchte.

Wie findet man die richtigen Farben?

Als ich meine Capsule Wardrobe »erstellt« habe (eigentlich mehr, als nach und nach alles Überflüssige geflogen ist und irgendwann neues, endlich Passendes nachrückte…), habe ich mir vor allem zwei Fragen zu den Farben gestellt: Welche Farben mag ich am liebsten? Aber auch: Welche Farben stehen mir eigentlich?

In meinem Fall sind das diese typischen Naturtöne. Eierschalenweiß, Braunbeigecreme, Oliv geht auch noch… Wald- und Wiesenfarben eben. Allerdings mag ich auch echt gerne Senfgelb. Keine Ahnung, warum diese Farbe plötzlich so ein Trend geworden ist. Mir haben Menschen immer gesagt, ich sähe darin so blass aus. Und ich war dumm und habe auf sie gehört. Bis irgendwann »meine« Farbe in Mode war. Und dann habe ich sie mir gekauft. Endlich. Weil mir nämlich kackegal ist, wie blass ihr mich findet. Und ehrlich gesagt finde ich meine Laborblässe auch ganz schicklich.

Mit der Anzahl der Farben sollte man allerdings genauso sparsam umgehen wie mit der Zahl der Klamotten. Sonst wird es schnell kompliziert. Ich zähle bei meiner Farbwahl übrigens schwarz, weiß und Jeans-Blau nicht mit. Die sind für mich »neutral« und irgendwie auch unvermeidbar.

Worum es bei der Farbwahl aber eigentlich geht, ist herauszufinden wie viele Farben meine Garderobe mindestens braucht, um nicht langweilig zu werden, und wie viele Farben sie maximal haben darf, damit es nicht zu anstrengend wird.

Diese Farben haben es in meine Capsule Wardrobe geschafft

Meine Farben zu finden war eigentlich ziemlich einfach. Ich habe eine Farbe mitgenommen, die ich einfach nur mag, und den Großteil dann in Farben, die mir einfach stehen. In denen ich weniger müde, noch kleiner oder irgendwie unvorteilhaft aussehe. Das war dann also erstmal Gelb.

Als nächstes die erwähnten Waldfarben. Die sind ja irgendwie so eine Palette in sich. Bei diesen Farben war mir dann wichtig, dass sie vom Farbton, und v.a. von der Farbtemperatur zusammen passen und dabei irgendwie verschieden genug bleiben. (Zu viele Sachen in einer Farbe aber mit unterschiedlicher Textur sieht schnell aus wie komische Modewerbung vom Spießerkaufhaus für tadellose ernste Menschen. Bin ich nicht.)

Von diesen beiden Favoriten abgesehen, habe ich eigentlich nur noch Grautöne. Aber die sind ja eigentlich auch nur eine Superposition von Schwarz und Weiß. Grautöne sind übrigens gar nicht ohne. Es gibt so viele Melange-Pullis, die einfach zu nichts passen. Ich kann für den Anfang eher empfehlen, erstmal bei den Lieblingsfarben zu bleiben, und sich dann langsam einfarbige graue Sachen zuzulegen, wenn man Grau gern hat.

Wenn man es also irgendwann hingekriegt hat, die Lieblingsfarben zu finden und die Garderobe auf Klamotten in diesen zu reduzieren, dann muss man eigentlich nur noch konsequent bleiben. Wann immer was Neues dazu kommt, einfach achtsam sein und fragen: Passt es dazu?

Ein paar Ausnahmen wird es natürlich immer geben. Ich habe auch ein rotes Abendkleid und ein paar bunte Blusen, weil ich ab und zu einen Farbflash brauche. Solange das nur wenige Einzelteile gibt, ist das ja auch total okay. Man merkt ja auch, wenn es wieder mehr wird, wenn man irgendwie denkt: Aber ich brauche doch mal was anderes, oder? Ich kann nur sagen, dass ich mir diese Frage mittlerweile schon ganz oft und gut mit Nein! beantworten konnte. Eben so funktionieren ja Trends. Man meint, dass man das jetzt gerade braucht, weil es jetzt gerade verfügbar ist. Es gefällt und ist hübsch. Aber wenn ich die Teile in meinem Schrank ansehe, die da schon am längsten drin sind, dann sind das alles vermeintlich langweilige Basics.

Ich habe noch ein paar Fotos von ein paar Lieblingsteilen gemacht, um euch meine Farbpalette zu zeigen. Ich hoffe, sie gefallen euch. Ich hoffe, ihr findet schöne Farben und einen Stil und es wird alles ganz chic und wie eine gemütliche Körperwohnung, in der man einfach gerne sein möchte.

Eigentlich wollte ich die Sachen anziehen. Aber dann hatte ich doch keine Lust. Ihr könnt aber mein Instagram gucken. Irgendwann gibt es immer mal ein Foto von mir in einem Pullover…

You may also like

2 comments

Sabienes 11. Februar 2020 - 09:22

Schön, dass du hier deine wirklich tollen Lieblings-Waldfarben hast zusammenstellen können! Bei mir scheitert es immer noch genau an diesem Punkt mit der Capsule Wardrobe. Denn ich ändere meine Farbfavoriten sehr häufig.
LG
Sabienes

Reply
Undine Almani 15. Februar 2020 - 05:05

Das ging mir früher genauso. Bei mir war der Grund, dass ich einfach lange manche Farben sehr mochte, obwohl ich komisch darin aussah. Ich konnt mich nicht von den Farben trennen. Dann kommt auch dazu, dass die Mode einfach manchmal komisch ist. Wenn man sich in der Kleidung, die überall um einen herum ist, nicht wiederspiegeln kann, ist es schwerer, sich vorzustellen, was einem steht…

Reply

Leave a Comment